Projektbeispiel

Ausgleichsflächen Aventoft

In den Gemeinden Braderup und Tinningstedt wurde ein gemeindeübergreifender Bürgerwindpark inkl. Anlagen zur Stromspeicherung geplant. Die Umsetzung der Planung bedingt zahlreiche Eingriffe in Natur und Landschaft, die angemessen auszugleichen sind.

Halboffene Landschaft

Das Ziel

Der zu schaffende Ausgleich soll die erwarteten Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zeitnah und gleichwertig im selben Naturraum ausgleichen.

Blänke mit Wasser

Die Umsetzung

Dem Betreiber des Bürgerwindparks gelingt 2012 der Erwerb von rund 33 ha landwirtschaftlicher Fläche in der Gemeinde Aventoft. Die vier Einzelflächen liegen in unmittelbarer Nähe zum rund 900 ha großen EU-Vogelschutzgebiet „Gotteskoog Gebiet" sowie einem Waldgebiet. Das Vogelschutzgebiet bietet Vögeln der Röhrichte, Hochstaudenfluren und Weidengebüsche aber auch der Feucht-Grünländer und Niedermoore Brutmöglichkeiten. Zugvögel finden hier Rastplätze und Nahrung. Andere Tier- und Vogelarten bewohnen die Waldränder, Gebüsche und den Wald. Die Ausgleichsflächen wurden im Sinne der Erhaltungsziele des angrenzenden EU-Vogelschutzgebietes entwickelt.

Maßnahmenplan

Die Maßnahmen

Download Maßnahmenplan (PDF)

Die Flächen 1, 2 und 4, die zuvor überwiegend als Ackerflächen genutzt wurden, sind dem Wiesenvogel- und Amphibienschutz gewidmet. Diese Tiergruppen sind in besonderem Maße auf feuchtes bis nasses, extensiv bewirtschaftetes Grünland angewiesen. Die Drainierung der Flächen wird daher unterbrochen, Grabenabflüsse verschlossen und in der Fläche flache Mulden, sogenannte Blänken ausgeschoben, in denen sich im Frühjahr das Wasser lange hält. Wiesenvögel benötigen diese feuchten Böden, um nach Nahrung zu stochern. Frösche und Kröten laichen in den flachen Wasserbereichen. Zu steile Grabenböschungen werden abgeflacht, damit sie nicht zur Falle für noch flugunfähige Jungvögel werden.

Nach diesen Umgestaltungen erfolgte eine Ansaat der ehemaligen Ackerflächen mit Feucht- und Nasswiesenarten aus gebietsheimischem Saatgut. Das Grünland wird extensiv bewirtschaftet. Selbstverständlich werden die Flächen nicht gedüngt und zum Schutz der Amphibien nicht geschleppt. Eine Kombination von Beweidung mit geringer Besatzzahl und Mahd stellt sicher, dass sich ein struktur- und artenreiches Grünland entwickelt. Die Bewirtschaftung hält die Fläche frei von Gehölzen, denn Wiesenvögel haben hohe Fluchtdistanzen und benötigen ein übersichtliches Gelände.

Die kleinste Fläche 3 weist einen völlig anderen Charakter als die übrigen Flächen auf: Angrenzend befindet sich ein geschütztes Kleingewässer und ein dichtes Gebüsch erstreckt sich von dort in die Fläche, die bereits als extensives Grünland genutzt wird. Hier finden Tiere der Hecken und des Waldrandes Lebensraum. Über eine Beweidung mit Schafen soll der Strukturreichtum der Fläche auch zukünftig erhalten und entwickelt werden.